Hallo Menschen,
3. Fettsäuren als strukturelle und funktionelle Bestandteile des Körpers
Fettsäuren unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur. Diese Unterschiede bestimmen unter anderem ihre physikalischen Eigenschaften, ihre Stabilität gegenüber Oxidation und ihre Verwendung im menschlichen Stoffwechsel.
Grundsätzlich lassen sich vier wichtige Gruppen unterscheiden:
- Gesättigte Fettsäuren besitzen keine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen.
- Einfach ungesättigte Fettsäuren besitzen eine Doppelbindung.
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren besitzen mindestens zwei Doppelbindungen.
- Transfettsäuren besitzen mindestens eine Doppelbindung in der sogenannten trans-Konfiguration.
Die jeweilige Struktur beeinflusst, wie sich Fettsäuren in Membranen verhalten und wie empfindlich sie gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme sind. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften grundsätzlich oxidationsempfindlicher als viele gesättigte Fettsäuren.
Die ernährungsphysiologische Bedeutung einer Fettsäure lässt sich jedoch nicht allein anhand ihrer chemischen Stabilität beurteilen. Entscheidend sind auch die Menge, die Lebensmittelquelle, die übrige Ernährung und die gesundheitliche Situation des Menschen.
Gesättigte Fettsäuren sind beispielsweise Bestandteile zahlreicher Lebensmittel und erfüllen im Körper strukturelle sowie energetische Funktionen. Ein übermäßig hoher Anteil bestimmter gesättigter Fettsäuren in der Ernährung kann jedoch ungünstige Auswirkungen auf das LDL-Cholesterin und das kardiovaskuläre Risiko haben. Deshalb wird in der Ernährungswissenschaft häufig empfohlen, einen Teil gesättigter Fette durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen.
Einfach ungesättigte Fettsäuren finden sich unter anderem in Olivenöl, Avocados und Nüssen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen beispielsweise in fettem Seefisch, bestimmten Pflanzenölen, Samen und Nüssen vor.
Transfettsäuren, insbesondere solche aus industriellen Teilhärtungsprozessen, gelten als ungünstig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Ihre Aufnahme sollte möglichst gering sein. Die chemische Struktur von Transfettsäuren ist allerdings nicht mit Kunststoff gleichzusetzen; entsprechende vereinfachende Vergleiche sind wissenschaftlich nicht angemessen.
Für die orthomolekulare Medizin folgt daraus, dass die Qualität von Fetten anhand ihrer tatsächlichen Zusammensetzung und ihrer physiologischen Funktion beurteilt werden sollte. Keine einzelne Fettsäuregruppe ist unabhängig von Menge und Kontext grundsätzlich gut oder schlecht.
4. Omega-3-Fettsäuren: EPA, DHA und ALA
Ein zentraler Schwerpunkt der QMG-Inhalte ist die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren. Diese Gruppe umfasst mehrere Fettsäuren, von denen drei besonders bekannt sind: Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).
ALA ist eine essenzielle Fettsäure und kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Lein- und Chiasamen, Walnüssen sowie bestimmten Pflanzenölen vor. Der menschliche Körper kann ALA in begrenztem Umfang in längerkettige Omega-3-Fettsäuren umwandeln. Die Umwandlung zu EPA und insbesondere DHA ist jedoch begrenzt und variiert zwischen Menschen.
EPA und DHA kommen vor allem in fettem Seefisch und in marinen Ölen vor. Sie unterscheiden sich in ihren biologischen Funktionen, ergänzen sich aber in verschiedenen Stoffwechselprozessen.
DHA ist ein wichtiger Bestandteil bestimmter Zellmembranen und findet sich in hohen Konzentrationen im Gehirn und in der Netzhaut. Es trägt zur normalen Gehirnfunktion und zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Diese Aussagen entsprechen den zugelassenen europäischen gesundheitsbezogenen Angaben unter den jeweils geltenden Verwendungsbedingungen.
EPA und DHA sind darüber hinaus an der Regulation von Signalwegen beteiligt, die Entzündungsreaktionen beeinflussen. Sie dienen als Ausgangsstoffe für verschiedene Lipidmediatoren. Dazu gehören unter anderem Resolvine und Protektine, die an Prozessen beteiligt sind, mit denen der Organismus Entzündungsreaktionen begrenzt und ihre Auflösung unterstützt.
Der klinische Nutzen hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. Für bestimmte Anwendungen, beispielsweise die Senkung erhöhter Triglyceridwerte mit geeigneten Dosierungen und Präparaten, besteht eine bessere Evidenz als für zahlreiche weitreichende Versprechen zur allgemeinen Gesundheitsoptimierung.
Eine sachgerechte orthomolekulare Betrachtung sollte daher zwischen dem physiologischen Bedarf, der ernährungsbedingten Versorgung und einer gezielten therapeutischen Anwendung unterscheiden.
Teil Fünf folgt in Kürze. Lebe lang & prosper.